Agaporniden



Allgemeines:
Unzertrennliche nennen wir eine Anzahl kleiner Papageien, die in den heißen Breiten Afrika´s leben. Vielleicht auch noch besser bekannt unter dem Namen "African Lovebird´s". Die Zärtlichkeit, mit welcher unter diesen Papageien die Gatten aneinander hängen, die Harmonie der einzelnen Paare in allem Tun und die Eintracht auch größerer Gesellschaften untereinander rechtfertigen die obige Bezeichnung in vollem Umfang. Man hat diese Vögel auch mit dem Namen Zwergpapageien belegt, doch dürfte diese Bezeichnung für eine Gruppe auf Neu-Guinea lebender Vögel treffender sein, zumal das die kleinsten aller lebenden Papageien sind, die Spechtpapageien. Durchaus unrichtig ist es auch, diese Vögel mit dem Namen Agapornis mit den in Amerika beheimateten Sperlingspapageien zu vergleichen, da sie mit denen nur die kleine Größe gemeinsam haben.

Verhalten:
So friedlich sich die Unzertrennlichen auch untereinander geben, so unverträglicher sind sie gegenüber anderen Vögeln. Es ist also nicht ratsam, diese Arten mit anderen vor allem schwächeren Arten zusammen zu halten. Ein besonderes Interesse haben die Unzertrennlichen für den Vogelwirt durch das eigenartige, von der Gewohnheit anderer Sitticharten sowie aller anderen Vogelarten überhaupt abweichende Verfahren des Nestbau´s.

Die Roseicolli z.B. stopfen sich kleine Holzspäne unter das Bürzelgefieder. Die 6 - 10cm langen Stückchen fliegen sie in die Bruthöhle und polstern sie damit aus. Demgegenüber bauen die A. pullaria, der A. taranta und die A.cana kein eigentliches Nest, sondern sie stellen nur eine mehr oder minder dicke Unterlage her, wozu sie hauptsächlich kleine Blattstückchen eintragen, die meist zum Transport in alle möglichen Gefiederregionen eingesteckt werden.

Pflege/Futter:
Sie benötigen ein trockenes Körnerfutter, das aus Glanz, verschiedenen Hirsearten, geschältem Hafer sowie einigen Sonneblumenkernen und Hanf besteht. Natürlich brauchen sie auch Kolbenhirse. Grassamen, auch in halbreifem Zustand und Keimfutter bilden eine gute Ergänzung.





Bergpapagei - Agapornis taranta taranta (nach Stanley)

Bergpapagei


Der Berpapagei bewohnt die höheren Gebirgsgegenden Abessiniens zwischen 1500 und 3300 m Höhe von Süderitrea südwärts über Zentral- und Ostabessinien, östlich bis Harar und südlich bis zum Abayasee. In Südwestabessinien im Gebiet des mittleren und unteren Omo und des oberen Sobat vertritt ihn die etwas kleinere Art Agapornis taranta nana. Die Tarantiner sind in kleineren Gruppen unterwegs um Futter zu suchen. Die früher in Deutschland eingeführten Tiere hatten eine enorm hohe Sterblichkeitsziffer, bis man auf die besondere Form des Luftsacks aufmerksam wurde. In den großen Höhen ist die Luft dünner und hier auf unserem Niveau bekamen sie eine Lungenentzündung. Heute hat sich ihr Bestand bei uns gefestigt. Hahn und Henne sind leicht zu unterscheiden, der Hahn hat eine rote Stirn.





Erdbeerköpfchen - Agapornis lilianae (nach Shelley)

Erdbeerköpfchen


Das Erdbeerköpfchen wird auch Nyassa Unzertrennlicher genannt. Sie leben in Tansania und dem nordwestlichen Mosambik quer durch Malawi und ie östlich Hälfte Sambia´s bis Rhodesien. Es liebt niedrige Landstriche in Höhen von 300 bis 1600m, und ist dort besonders entlang Flußläufen zu finden wie etwa dem Sambesi und dem Luangwa. Sie fressen gerne Grassamen, auch Früchte und Blüten. In die Nisthöhle werden Palmblattstreifen getragen, die das Weibchen im Schnabel befördert. Natürlich werden auch hin und wieder verlassene Nester des Büffelwebers zur Brut benutzt.



Grauköpfchen - Agapornis cana cana (nach Gmelin)

Grauköpfchen


Das Grauköpfchen bewohnt Madagaskar mit Ausnahme des südwestlichen und des zentralen Hochlandes und ist auf den Inseln Mauritius, Komoro, Sansibar und Mafia eingeführt worden.
Sie leben im Küstenflachland, in die Berge gehen sie nur bis etwa 1000m Höhe. Sie fliegen in Schwärmen von nicht mehr als 50 Vögel. Sie sind sehr scheu, da sie wegen der auf den Feldern angerichteten Schäden verfolgt werden. Sie können sehr angenehm zwitschern wenn sie balzen. Wie alle Agaporniden sollten sie in einer Voliere untergebracht werden, damit sie ihren Bewegungsdrang befriedigen können.



Orangeköpfchen - Agapornis pullarius (nach Linne)

Orangeköpfchen


Die Heimat des Orangeköpfchen ist Westafrika von Sierra Leone durch das Ubangi-Schari- Gebiet ostwärts bis Bahr el Ghazal und Albertsee, südlich durch Kamerun bis Nordangola. Diese Art wurde häufig und regelmäßig nach Europa gebracht. Beim Weibchen ist die Gesichtsfarbe mehr mennigrot bis gelblich orangerot und diese Färbung ist deutlich weniger ausgedehnt. Sie fliegen in kleineren Gruppen bis zu 20 Vögel. Ganz außergewöhnlich ist das Brutverhalten dieser Art, sie brüten nicht in Höhlen sondern sie nagen sich Höhlen in baumbewohnende Termitenbauten. Erstaunlich ist, das die Termiten die Vögel dulden obwohl sie sonst alle anderen Lebewesen angreifen. Die Höhle wird fast nur von Weibchen gegraben. Nur ein wenig Rindenbast und Blattstreifen werden zerschnipselt und im Gefieder versteckt eingetragen.



Pfirsichköpfchen - Agapornis fischeri (nach Reichenow)

Pfirsichköpfchen


Südöstlich des Victoriasee in Tansania ist dieser Vogel beheimatet. Dort findet er die Savannen der Hochländer in 1000 - 1700m Höhe. Er bevorzugt den dichten Bestand von Schirmakazien und anderen Bäumen. Die Vögel sind bei den einheimischen Bauern nicht sehr beliebt, fallen sie doch in riesigen Schwärmen in die Mais- und Hirsefelder ein und richten beträchtlichen Schaden an. Obst wird direkt von den Stauden gepflückt. Es werden sowohl mehlhaltige wie auch ölhaltige Sämereien genommen, natürlich auch süße Früchte und Beeren. Ganz beliebt sind die zarten Triebe der Grünpflanzen. Sie brüten am liebsten in lockerer Gesellschaft, benutzen auch verlassene Höhlen anderer Vögel. Auch hier werden lange dünne Zweige und Blattstreifen eingetragen und verbaut. Auch in unseren heimischen Volieren werden diese Vögel überaus erfolgreich gezüchtet.



Rosenköpfchen - Agapornis Roseicolli (nach Vieillot)

Rosenköpfchen


Äußerlich völlig gleich gefärbt zeigen sich die Geschlechter dieser Vögel. Bei manchen Weibchen ist die Rotfärbung etwas blasser. Auch Rosenpapagei genannt bewohnen die Vögel das südliche Angola südwärts bis zum rechten Ufer des Orangeflusses und bis nach Namibia. Sie lieben die trockenen Savannen vom Flachland bis in Höhen von 1600m. Dort findet man nur noch spärlichen Bewuchs. Wichtig für die Roseicolli ist die unmittelbare Nähe von Wasser. Mehrere mal täglich sind sie dort, um zu trinken. Das Brutgehabe der Rosenköpfen ist sehr interessant, sie brüten am liebsten in Kolonien. Sie brüten auch nicht nur in Baumhöhlen sondern auch in Felsspalten, sogar wie unsere heimischen Spatzen unter Dächern. Das Nest wird ausschließlich nur von Weibchen ausgepolstert. Das Nistmaterial wird im Bürzelgefieder gestapelt und dann eingeflogen. Durch die Massenzuchten hier bei uns hat es natürlich viele Mutationen gegeben, heute ist es schon ein Glücksfall, noch reinerbige Collie´s zu finden.



Rußköpfchen - Agapornis nigrigenis (nach Sclater)

Rußköpfchen


Die Heimat des Rußköpfchen ist Sambia bis hin zu den Victoria Wasserfällen und ostwärts bis ins Sambesital, auch am nordöstlichen Zipfel Namibia´s und Botswana wurde sie gesichtet. Sie lieben bewaldete Uferregionen in 600 - 1300m Höhe. Meistens fliegen sie in kleinen Trupps von etwa 20 Vögeln zu ihren Futterplätzen. Das Geschrei ist eher leise. Auch am Boden sind sie kaum anzutreffen, da sie ihre Nahrung in den Bäumen aufnehmen. Sie sollten in einer Voliere untergebracht werden, die frostfrei sein muß. Mit anderen Arten gibt es eigentlich keine Streitereien.



Schwarzköpfchen - Agapornis personatus (nach Reichenow)

Schwarzköpfchen


Wunderschön anzuschauen sind diese kontrastreichen Vögel, wenn sie im Schwarm von 100 oder mehr Vögeln durch die Gegend streifen. In diesem Schwarm befinden sich auch eine ganze Menge Pfirsichköpfchen, mit denen sie sich auch paaren. Sie leben im Inneren des östlichen Tansanias und zwar vom Manyaras See bis Iringa. Der Lebensraum ist die Grassteppe in 1100 - 1600 m Höhe. Dort hocken und brüten sie in den Akazien, am liebsten aber in Affenbrotbäumen. Auch hier wird das Nest vom Weibchen allein ausgepolstert mit Gräsern, Rindenstreifen und Palmwedelstreifen. Wenn man sie nicht sieht, dann hört man sie, ihr lautes schrill pfeifendes Kreischen. Auch bei dieser Art haben wir einige Mutationen. Die grüne Grundfarbe besteht aus Blau und Gelb. Spalte ich genetisch eine Komponente ab, so bleibt die andere übrig. So haben wir Gelbe Personata und natürlich auch Blaue Personata.

Schwarzköpfchen  Schwarzköpfchen









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